MIT besucht Firma Weischer

Die Mittelstandsvereinigung der CDU gestaltet wieder mit

Dr. Carsten Linnemann, erst im vergangenem Jahr zum Bundesvorsitzenden der MIT gewählt, überzeugte am Mittwochabend die rund 50 anwesenden Unternehmer und Mitglieder der MIT und CDU aus dem Kreis Steinfurt im Emsdettener Betrieb Weischer Modell- Werkzeug- und Lehrenbau von der neuen Strategie der MIT zur konstruktiven Mitarbeit.

„Die Rente mit 63 ist das falsche Signal. Aber was hätte uns eine
Verweigerungshaltung im politischen Prozess gebracht? Die große Koalition verfügt über eine so große Mehrheit, dass selbst eine innerparteiliche Gruppierung wie die MIT keine Mehrheiten gefährden kann. Also haben wir sachlich argumentiert und so ist es uns als MIT gelungen, mit der Flexi-Rente ein neues Instrument der individuellen Arbeitszeitverlängerung mit zeitlich befristeten Verträgen einzuführen. Ein Punkt, der noch nicht einmal im Koalitionsvertrag stand“, führte Linnemann aus.

Die Aufgabe der MIT sei es, ein „Stachel im Fleisch“ der Regierung zu sein.
Die MIT werde immer dann eingreifen, wenn Gesetzesvorhaben über das eigentliche Ziel hinausschössen. Bestes Beispiel hierfür sei der Mindestlohn. „Uns geht es nicht um die Verhinderung eines Mindestlohnes – aber wussten Sie, dass nach der aktuellen Gesetzesvorlage eine Auftraggeberhaftung eingeführt wird? Das heißt ganz konkret: Bestellt die Firma Weischer im Anschluss an diese Veranstaltung einen Caterer, haftet
Weischer dafür, dass der Caterer seinen Mitarbeitern tatsächlich denMindestlohn zahlt.“ Ein weiterer Kritikpunkt sei, dass funktionierende Modelle zur Gestaltung einer flexiblen Arbeitszeit dadurch torpediert werden, dass nach 12 Monaten das Guthaben wieder auf Null gefahren sein müsse – unabhängig davon ob die Bezahlung oberhalb des Mindestlohn erfolge. „Auch hier macht man es Arbeitgebern wie Arbeitnehmer wider unnötig schwer. Das müssen wir verhindern“.

Den Applaus der Anwesenden durfte Dr. Carsten Linnemann als Arbeitsauftrag und Bestätigung für das bisherige Wirken als Bundesvorsitzender der MIT verstanden haben. Dieter Jasper, Vorsitzender der Kreis-MIT, und Emsdettens MIT-Vorsitzender Stefan Dokters waren mit der Veranstaltung sichtlich zufrieden. Denn die Rede von Dr. Linnemann war nur der Endpunkt des Besuches des Bundesvorsitzendes in der Emsstadt. Vorher hatte der Gesellschafter-Geschäftsführer  der Josef Weischer – Modell- und Prototypenbau GmbH & Co. KG, Stephan Weischer samt Sohn Finn und Geschäftsführer Ludwig Borchert den Besuch aus Berlin im kleinen Kreise der MIT-Mitglieder durch die Produktion geführt. In einem einstündigen Gespräch bei Kaffee und Kuchen hatten die Mitglieder der Mittelstandsvereinigung zudem die Möglichkeit des direkten Gesprächs mit dem Besuch aus Berlin.

Dieser zeigt sich insbesondere von der Nachwuchsförderung im Hause Weischer angetan. „Wie hier Mitarbeiter gewonnen, ausgebildet und gefördert werden ist beispielhaft. Solches Engagement und nachhaltigen Erfolg gibt es eben nur in familiengeführten und innovativen Betrieben des Mittelstands. Sie
zählen zu den besten Vertretern dieser Art“, lobte Carsten Linnemann die Gastgeber.